Risiken meistern, Chancen nutzen

Global Economic Crime Survey 2024

Coworkers looking at tablet in office at night
  • Insight
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Die PwC Global Economic Crime Survey (GECS) 2024 bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Trends im Bereich der Wirtschaftskriminalität. Basierend auf ausführlichen Interviews und Fragebögen mit Rechts-, Compliance- und Revisionsverantwortlichen führender Unternehmen weltweit, liefert die Umfrage wertvolle Einblicke in die wichtigsten Risikobereiche.

In der heutigen global vernetzten Welt sind die Risiken der Wirtschaftskriminalität allgegenwärtig und vielschichtig. Geopolitische Spannungen verschärfen das Risiko im Zusammenhang mit Sanktionen und Exportkontrollen. Gleichzeitig nehmen die Gefahren von Bestechung und Korruption zu, insbesondere wenn Unternehmen in aufstrebende Märkte expandieren. Hinzu kommt, dass Zwangsarbeit und ESG-Verpflichtungen entlang der Lieferketten vermehrt unter öffentlicher und regulatorischer Beobachtung stehen.

Angesichts dieser komplexen Landschaft fordern Regierungen weltweit von Unternehmen, aktiver in der Prävention von Wirtschaftskriminalität zu werden und deren Folgen transparenter offenzulegen. Die internationale Zusammenarbeit und der Druck zur Durchsetzung von Vorschriften nehmen zu, um Kriminelle effektiver zu bekämpfen und deren negative Auswirkungen auf Einzelpersonen, Unternehmen und Volkswirtschaften zu minimieren.

Global Economic Crime Survey

Die frühzeitige Erkennung von kriminellen Handlungen und das intelligente Management von Risiken sind entscheidend für die Reputation und den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens. Die Ergebnisse der Global Economic Crime Survey 2024 unterstreichen die Notwendigkeit, innovative Technologien und robuste Compliance-Programme zu nutzen, um den Bedrohungen von heute zu begegnen und sich für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.

Christian KurzPartner, Forensic Services, PwC Österreich

Datenquellen der Studie 2024:

~2,500

Teilnehmende — zu zwei Dritteln C-Suite Executives, zu 40% Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Dollar Umsatz

63

Länder in Nord- und Südamerika, der EMEA-Region, Asien und Ozeanien

>45

Interviews mit General Counsel, CCOs, and CAEs aus führenden Unternehmen rund um die Welt

Die Ergebnisse im Überblick

Cyberkriminalität: Die unsichtbare Bedrohung

Diese haben die Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen und Exportkontrollen erhöht. Unternehmen müssen sich auf strengere Vorschriften und Kontrollen einstellen.

Lieferketten im Wandel: Transparenz und Verantwortung

Um Menschenrechtsrisiken in ihren Lieferketten zu adressieren, haben viele Unternehmen mit der Kartierung dieser begonnen. In der DACH-Region haben über 54 % (im Vergleich zu 36 % weltweit) ihre Lieferketten bis zu Tier 1 (T1)* oder Tier 2 (T2)** Lieferanten kartiert.

* Diese sind direkte Zulieferer eines Unternehmens. Sie liefern unmittelbar die Materialien, Komponenten oder Dienstleistungen, die für die Fertigstellung des Endprodukts benötigt werden.

** Diese liefern Waren oder Dienstleistungen an Tier 1 Lieferanten, nicht direkt an das Endunternehmen. Tier 2 Lieferanten stellen oft Rohmaterialien oder grundlegende Komponenten bereit, die Tier 1 Lieferanten dann weiterverarbeiten oder in ihre Lieferungen integrieren.

Korruption: Die unterschätzte Gefahr

Wenn es um Anti-Bestechungs-/Anti-Korruptionsreviews von Dritten geht, führen nur 18 % der Unternehmen solche Reviews regelmäßig durch. 51 % der Befragten haben solche Reviews entweder noch nie oder zumindest in den letzten zwei Jahren nicht durchgeführt.

Sanktionen: Compliance im Test

Obwohl viele Unternehmen die Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen erkennen, gibt es erhebliches Verbesserungspotenzial bei der Überprüfung der Wirksamkeit ihrer Compliance-Programme. Nur 30 % der Befragten führen umfassende Checks durch, wie die Überprüfung von Richtlinien und Verfahren, die Sicherstellung, dass Mitarbeiter Sanktionswarnungen und -fälle korrekt bearbeiten, sowie die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Sanktionssystems und der Datenquellen.

Beschaffungsbetrug: Ein weit verbreitetes Problem

Beschaffungsbetrug bleibt ein erhebliches Problem, 55 % der Befragten berichten, dass diese Betrugsform weit verbreitet ist. Lediglich 26 % verwenden Datenanalysen, um ungewöhnliche Muster zu erkennen.

Neue Herausforderungen

Diese haben die Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen und Exportkontrollen erhöht. Unternehmen müssen sich auf strengere Vorschriften und Kontrollen einstellen.

In neuen Märkten sind Unternehmen verstärkt der Gefahr von Bestechung und Korruption ausgesetzt.

Die Aufmerksamkeit auf faire Arbeitspraktiken in Lieferketten und ESG-Verantwortlichkeiten (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) hat zugenommen.

Regierungen erhöhen die Erwartungen an Unternehmen, wirtschaftskriminelle Handlungen zu verhindern und gezogene Konsequenzen offenzulegen.

Abwehr von Wirtschaftskriminalität

  • Risikobewertungen und Third-Party-Risikomanagement stärken: Bewertung von internen und externen Risiken, einschließlich finanzieller, operativer und regulatorischer Risiken. Ein effektives Management von Third-Party-Risiken ist entscheidend, da viele Unternehmen auf Lieferanten, Dienstleister und andere Partner angewiesen sind. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie vollständige und genaue Informationen über ihre Third-Parties haben und diese regelmäßig überwachen.
  • Künstliche Intelligenz: Der Einsatz und die Investition in Künstliche Intelligenz und technologiebasierte Datenanalysen, um auffällige Betrugsmuster und Abnormitäten zu erkennen. KI hilft dabei, Abweichungen und Risiken zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
  • Daten und Analysen nutzen: Durch kontinuierliche Überwachung bestimmter Transaktionstypen und die Analyse von Daten können Unternehmen ungewöhnliche Muster und potenzielles Fehlverhalten identifizieren.
  • Risikomanagement mit Wachstumsstrategien abstimmen: Unternehmen sollten ihr Risikomanagement mit ihren Wachstumsstrategien in Einklang bringen, um Vertrauen aufzubauen und Wert zu schaffen.
  • Regelmäßige unternehmensweite Betrugsrisikobewertungen durchführen:  Unternehmen sollten regelmäßig umfassende Betrugsrisikobewertungen durchführen und die Risikobewertung von Lieferanten verbessern. Dies umfasst die Überprüfung von Prozessen und Kontrollen.
  • Anti-Fraud-Schulungen fördern: Dies umfasst auch die Schulung von Beschaffungspersonal und die Überarbeitung der Prozesse zur Auswahl von Lieferanten. Die Schulungen sollen Themen wie die Erkennung von Betrugsmustern, die Bedeutung von Dokumentation und Autorisierung sowie die Nutzung von Datenanalysen zur Betrugsprävention abdecken.

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Forensic Services bei PwC Österreich

Risiken minimieren, Verbrechen bekämpfen

Über die Studie

Die Global Economic Crime Survey 2024 is die 20. Ausgabe der Reihe und wurde zwischen Jänner und März 2024 durchgeführt. PwC befragte fast 2.500 Unternehmen in 63 Regionen. Zwei Drittel der Befragten waren Führungskräfte der obersten Führungsebene – darunter 450 General Counsel, Chief Compliance Officers und Chief Audit Executives – und 40 % stammten aus Unternehmen mit einem Umsatz von über einer Milliarde Dollar. Wir führten außerdem über 45 Interviews mit leitenden Angestellten großer Unternehmen auf der ganzen Welt, um ihre bewährten Vorgehensweisen zu besprechen.

Diese Untersuchung gab uns einen einzigartigen Einblick in die Art und Weise, wie die heutigen Vorstände und Unternehmensleiter mit den Risiken der Wirtschaftskriminalität umgehen, denen ihre Organisationen täglich ausgesetzt sind.

Die Umfrage wurde durchgeführt von PwC Research, dem globalen Kompetenzzentrum des PwC Netzwerks für Marktforschung und -einblicke.

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Kontakt

Christian Kurz

Christian Kurz

Partner, Forensic Services, PwC Austria

Tel: +43 699 163 050 47

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